Das Siedlungsbild von Glossen weist ein Doppelsackgassendorf und Bauernweiler aus. Gegenüber den Flurformen lassen sich aus dem Siedlungsbild nur bedingt Schlüsse auf die Besiedlung hin. Während der Weiler auf eine slawische Besiedlung hinweist, sind gassenförmige Siedlung eher ein Hinweis auf die Übergangszeit zur "Verdeutschung". Der Kartenausschnitt von 1839/40 zeigt deutlich die beiden sackgassenähnlichen Dorfteile nördlich des Döllnitzbaches und einen kleinen Weiler an der Straße Mügeln-Gröppendorf. Obwohl in der Folgezeit viele Baulücken geschlossen wurden und auch Erweiterungen am Dorfrand erfolgten, zeigt Glossen doch auch heute noch eine durch die Döllnitzaue geschaffene Zweiteilung. Beide Teile weisen eine gemischte Nutzungsstruktur (Wohnhäuser , Drei- u. Vierseithöfe) auf.
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Glossen ist wohl einer der ältesten Ortsteile unserer Gemeinde. Die Nähe des damals fischreichen Baches, die leicht erhöhte Lage über der Bachaue, die sicherlich versumpft war, die guten Böden u.a. haben wohl den Ausschlag gegeben, hier zu siedeln. Die älteste bekannte Urkunde geht daher auf das Jahr 1013 zurück. Ursprünglich war das Dorf ein Lehen des Burggrafen von Meißen, das sich später aber die Markgrafen sicherten.
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Bereits Ende des 15. Jahrhunderts hatte Glossen 250 Einwohner, die in 40 Wohnhäusern lebten. Dieses für die damalige Zeit stattliche Dorf war nicht weniger als 5 verschiedenen Behörden unterstellt. Anteile hatten das Amt Grimma, das Amt Oschatz, das Schulamt Meißen, das Amt Mügeln mit Sornzig. Auch Grundherrschaftlich war Glossen aufgeteilt. Es war Amtsdorf. In solchen war der Landesherr gleichzeitig Grundherr. Anteile fielen auf Mügeln, Grimma, Meißen und das Rittergut Gröppendorf. Auch in der Kirchenorganisation fielen Teile des Ortes an Mahlis, ein anderer Teil war nach Altmügeln eingpfarrt. Die Fluren des Dorfes waren wie auch andernorts Block- und Streifenfluren. Sie betrugen 1900 321 ha. Das entspricht auch heute noch der Gemarkungsgröße. Die Ersterwähnung von 1013 nennt Glussi, 1283 G1ozzen, 1287 Vlozne, 1378 Glozzin und Glossyn, 1428 Glossin, 1445 Glossen und 1551 Glosseon" Der Ortsname stammt aus dem Slawischen, könnte von "Gluse" oder "Glusina" abgeleitet sein und bedeutet "Waldesdickicht". Bei der damals vorhandenen weiträumigen Waldbedeckung durchaus erklärbar.
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Die Einwohnerzahlen entwickelten sich folgendermaßen :
 
1551/52 :     173 (22 besessene Mann x7), 19 Inwohner, 34 Hufen Land
Die Hufen waren in Glossen evtl. kleiner als z.B. in Gaudlitz.
1764 :          154 (22 besessene Mann x7), 34 1/2 Hufen
Diese ersten Einwohner zahlen sind durch den angenommenen Faktor natürlich nicht exakt.
1793 :          250
1834 :          226
1871 :          221
1890 :          240
1900 :          247 in 47 bewohnten Gebäuden
1910 :          280
1925 :          281
1939 :          323
1946 :          523 (Nachkriegsfolgen!)
1995 :          310

Die Gemarkungsgröße von ca. 320 ha hat sich seit 1900 nicht verändert.
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Am 1. November 1888 wurde die Eisenbahnstrecke von Mügeln nach Neichen eröffnet. Das mag für Glossen ein bedeutender Tag gewesen sein, auch wenn die Bahn die erhoffte Bedeutung wohl nie erreicht hat. Der Bahnhof Glossen lag am Kilometer 4,6 von Mügeln aus. Während die anderen dörflichen Haltepunkte vorwiegend zur Verladung landwirtschaftlicher Produkte, vor allem Zuckerrüben, genutzt wurden, entstand in Glossen eine beispielhafte Verladeanlage für das Quarzitgestein aus dem nahen Steinbruch. Dieser war 1925 in Betrieb genommen worden und produzierte bis 1990. Die gebrochenen Steine wurden mit einer Feldbahn zum Bahnhof Glossen gebracht und dort auf dieser Verladerampe in die seitlich darunter bereitgestellten Kleinbahnwagen gekippt. Diese Verladeanlage steht heute noch, ist jedoch seit 1972 nicht mehr in Betrieb. Zu der Zeit war die Eisenbahnstrecke Neichen-Wermsdorf bereits abgebaut. Das Teilstück von Nebitzschen bis Wermsdorf folgte 1973. Der Personenverkehr hat anfangs auch guten Zuspruch gefunden, da das Straßennetz und entsprechende Verkehrsverbindungen zwischen den Dörfern noch ungenügend waren. Nach dem 2. Weltkrieg "boomte" der Personenverkehr noch einmal. 1955 gab es von Glossen aus noch 5 Abfahrten in beide Richtungen. 5.51 Uhr in Richtung Oschatz, Ankunft 7 Uhr in Oschatz Süd. Das war ein Zug, der von vielen Schülern, Heimarbeitern und Berufstätigen genutzt wurde. Der letzte Zug nach Mügeln fuhr werktags 20.09, sonnabends u. sonntags 20.36 Uhr. Mit der Abnahme des Personenverkehrs wurden immer mehr sog. Güterzüge mit Personenverkehr eingesetzt. Das waren Güterzüge mit 2 bis 3 Personenwagen. Mit diesen Zügen mußten die Reisenden alle Rangierarbeiten abwarten. Da war man dann oft zu Fuß schneller. So hatte beispielsweise ein Zug von Altmügeln nach Kroptewitz allein in Kemmlitz 55 Minuten Aufenthalt. Am 30. September 1972 fuhr der letzte Personenzug Mügeln - Wermsdorf, mit Halt in Glossen. Verkehrsträgerwechsel hieß das damals. 

 
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