Umbau und Sanierung eines Gestütsarbeiterwohnhauses - LEADER bewegt
Das Ensemble des Gestüts Graditz, welches 1688 von Kurfürst Johann Georg III gegründet wurde, ist mit seinen Anlagen und den angrenzenden Wohnhäusern das einzige in Deutschland vollständig erhaltene Ensemble seiner Zeit und besitzt einen außergewöhnlichen denkmalpflegerischen Seltenheitswert.
Das historische Gestütsarbeiterwohnhaus wurde als Vierfamilienhaus wiederhergestellt. Die ursprüngliche Grundstruktur blieb erhalten, sodass nun vier kompakte Wohneinheiten für alle Generationen zur Verfügung stehen. Das Wohnangebot richtet sich insbesondere an Mehrgenerationenfamilien, die gemeinschaftlich unter einem Dach leben möchten und dennoch abgeschlossene Rückzugsbereiche benötigen. Bei der Sanierung wurden bewusst historische Baumaterialien verwendet, um den ursprünglichen Charakter des Gebäudes wiederherzustellen. Spätere Anbauten aus der DDR-Zeit wurden zurückgebaut. Die Maßnahme stärkt die Identifikation mit dem Ort Graditz und seinem Gestüt und wirkt sich positiv auf das Image der Region aus. Drei der vier Wohneinheiten sind bereits vermietet.
Die Klinkerfassade wurde gereinigt, neu verfugt und mit historischen Backsteinen ergänzt. Die Unterkellerung wird als Lagerfläche sowie für die zentrale Heizungs- und Elektroversorgung genutzt. Die Dacheindeckung erfolgte in Abstimmung mit dem Denkmalschutz mit naturroten Doppelmuldenfalzziegeln. Zudem erhielten die Wohneinheiten neue Elektro- und Sanitärinstallationen und die alten Kohleöfen wurden durch CO₂-arme Heizsysteme ersetzt.
Neue Außentüren und zweiflügelige Holzfenster mit Oberlicht und Wärmeschutzverglasung wurden denkmalgerecht eingebaut, die Farbgebung erfolgte in Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Die historischen Holzfußböden konnten erhalten und aufwendig saniert werden. Alle Innenwandflächen erhielten einen zweilagigen Kalkputz, neue Fensterbänke aus Vollholz innen und Zinkblech außen wurden eingebaut. Die Hauseingangs- und Innentüren wurden aus einheimischem Vollholz gefertigt.
Die Bäder wurden vollständig neu erschlossen, mit neuen Estrich- und Fliesenbelägen ausgestattet und barrierefrei ausgeführt.
Im Rahmen der Sanierung des Gestütsarbeiterwohnhauses wurde besonders Wert auf die öffentliche Zugänglichkeit der Außenanlagen gelegt, wodurch eine neue Aufenthaltsqualität im Dorfzentrum geschaffen wurde. Diese wurde bereits im Rahmen einer vorweihnachtlichen Veranstaltung von zahlreichen Dorfbewohnern und Gästen genutzt.
Die Finanzierung des Umbaus und der Sanierung wurde mit LEADER-Mitteln unterstützt.
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Umbau und Sanierung eines Gestütsarbeiterwohnhauses - LEADER bewegt (FR, 27. Februar 2026)




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